Chop Wood Carry Water: How to Fall in Love with the Process of Becoming Great von Joshua Medcalf ist ein kompaktes Werk über Disziplin, Routine, Geduld und die Erkenntnis, dass der Prozess wichtiger ist als das Ergebnis. Die Geschichte im Buch folgt John, der den Traum hegt, ein Samurai zu werden. Durch seinen Lehrer Akira lernt er verschiedene Lektionen über Arbeit, Identität, Erfolg und persönliche Entwicklung.
Für mich war das Buch eine Mischung aus hilfreichen Denkanstößen und einer Verpackung, mit der ich nicht immer viel anfangen konnte. Die Kernideen sind gut. Die Geschichte rund um Samurai, Meister und Lebensweisheiten war mir aber an einigen Stellen zu konstruiert.
Worum geht es in Chop Wood Carry Water?
Das zentrale Thema von Chop Wood Carry Water ist, dass man nicht nur die großen Ziele im Blick haben sollte, sondern die kleinen täglichen Taten, die langfristig zu diesen Zielen führen. Der Titel bringt diese Idee ziemlich gut zum Ausdruck: Selbst nach dem Erreichen eines Ziels bleiben die einfachen, oft unspektakulären Aufgaben des Alltags bestehen.
Es wird in dem Buch dargestellt, dass Erfolg nicht aus einem einzigen großen Moment resultiert, sondern aus vielen kleinen Wiederholungen. Es dreht sich um Gewohnheiten, Konzentration, Bescheidenheit, die innere Einstellung und darüber, sich nicht zu sehr über Ergebnisse zu definieren.
Die Aussage, dass man lernen sollte, den Prozess ernst zu nehmen, ist besonders stark. Als Freelancer oder Selbstständiger ist das besonders wichtig, weil viele der entscheidenden Aufgaben nicht gerade spannend sind: E-Mails beantworten, Angebote erstellen, Rechnungen prüfen, Content planen oder kleine Anpassungen an Projekten vornehmen. Oftmals sind es genau diese Aspekte, die darüber entscheiden, ob man langfristig stabil arbeitet oder ständig nur reagiert.

Was ich aus dem Buch mitgenommen habe
Für mich war der entscheidende Punkt, dass selbst einfache Routinearbeiten besser laufen, wenn man sie bewusst strukturiert. Man kann sogar kleine Aufgaben in kleinere Schritte unterteilen und sie so strategisch angehen.
Es mag trivial erscheinen, doch es ist eine große Hilfe im Alltag. Viele Jobs sind nicht unbedingt schwer, aber sie rauben Energie. Falsch positioniert, können sie den ganzen Tag blockieren. Es war eine Erinnerung für mich, solche Aufgaben bewusster in meinen Tag zu integrieren.
Ein Beispiel: Geringfügig anspruchsvolle Aufgaben muss man nicht unbedingt dann erledigen, wenn man am kreativsten oder am besten fokussiert ist. Sie lassen sich in Phasen einteilen, in denen man ohnehin weniger Energie hat. So wird es einfacher, den Tag zu planen, und man kommt besser mit Aufgaben zurecht, die sich wiederholen.
Für Freelancer ist das eine nützliche Überlegung. Nicht jede Aufgabe verdient die beste Konzentration, die man hat. Es gibt Aufgaben, die erledigt werden müssen, aber sie sollten nicht den Platz einnehmen, der für wichtige Arbeit vorgesehen ist.
Was mir gefallen hat
Ein Pluspunkt ist, dass das Buch einige gute und schnell umsetzbare Ratschläge bietet. Es handelt sich nicht um ein kompliziertes System, das man wochenlang vorbereiten muss. Viele Gedanken lassen sich direkt in den Alltag integrieren.
Besonders hilfreich fand ich diese Punkte:
- Routinearbeiten bewusst strukturieren.
- Kleine Aufgaben in kleinere, klarere Schritte zerlegen.
- Den Prozess ernster nehmen als das Ergebnis.
- Wenig anspruchsvolle Aufgaben besser im Tag platzieren.
- Langfristig denken, statt immer nur auf schnelle Resultate zu schauen.
Diese Ideen sind besonders wertvoll für Menschen, die in der Selbstständigkeit arbeiten. Im Alltag von Freelancern sind viele Probleme nicht das Ergebnis von fehlendem Wissen, sondern von fehlender Struktur. Oft weiß man, was zu tun ist, aber nicht immer, wann und wie man es am besten angeht.

Was mir nicht gefallen hat
Was mich weniger überzeugt hat, war die Geschichte, in die diese Learnings verpackt sind. Die Samurai-Geschichte über John und seinen Lehrer wirkt an einigen Stellen etwas übertrieben. Ich fand sie teilweise sogar ein bisschen lächerlich.
Zudem fand ich es an einigen Punkten zu spirituell. Ich begreife, weshalb das Buch diesen Aufbau hat. Die Geschichte erleichtert das Konsumieren der Lektionen und macht sie wahrscheinlich auch besser verkäuflich. Dennoch hätte ich persönlich ein Buch bevorzugt, das dieselben Gedanken ohne diese Erzählform und ohne Umwege direkt vermittelt.
Das hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab. Wer Parabeln, Mentoren-Geschichten und symbolische Erzählungen mag, wird damit wahrscheinlich weniger Schwierigkeiten haben. Ich fand die Verpackung eher hinderlich als hilfreich.
Für wen ist das Buch geeignet?
Chop Wood Carry Water ist perfekt für diejenigen, die eine einfache Erinnerung brauchen, dass Fortschritt aus kleinen täglichen Taten entsteht. Das Buch bietet sicherlich hilfreiche Einsichten für diejenigen, die gerade ungeduldig sind, zu sehr auf Ergebnisse schauen oder Schwierigkeiten mit Routinen haben.
Auch für Freelancer, Selbstständige und Kreative sind die Kernideen wahrscheinlich von Nutzen. Vor allem, wenn man dazu neigt, die Bedeutung von alltäglichen Aufgaben zu unterschätzen oder immer nur auf große Projekte und sichtbare Erfolge zu schauen.
Das Buch ist weniger geeignet für Leser, die direkte, sachliche Business- oder Produktivitätsliteratur bevorzugen. Spirituell angehauchte Geschichten, Meister-Schüler-Dynamiken und vereinfachte Lebensweisheiten sind nicht jedermanns Sache; wer damit wenig anfangen kann, wird vermutlich an einigen Stellen Schwierigkeiten haben.
Mein Fazit zu Chop Wood Carry Water
Chop Wood Carry Water bietet hilfreiche Tipps und Strategien, die man zügig in seinen Alltag einbauen kann. Die wichtige Erkenntnis ist klar: Kleine, immer wiederkehrende Handlungen führen zu großen Zielen. Bei Routinearbeiten kann es von Vorteil sein, wenn man bewusster und mit mehr Strategie vorgeht.
Trotz allem hat das Buch mich nicht ganz überzeugt. Die Geschichte der Samurai wäre für mich überflüssig gewesen. Offensichtlich wäre das Buch ohne diese Story wahrscheinlich nicht so, wie es ist. Aber ich hätte persönlich ein anderes Buch mit denselben Lektionen bevorzugt, wenn dafür diese Erzählung nicht enthalten gewesen wäre.
Aus diesem Grund ist meine Einschätzung solide, aber nicht übertrieben positiv.
Bewertung: 3 von 5 Punkten
Gute Impulse, praktische Learnings, aber eine Verpackung, die man mögen muss.